Bewertungen waren über Jahre hinweg von einem klaren Trend geprägt. Steigende Multiples, expansive Wachstumserwartungen und eine hohe Risikobereitschaft dominierten viele Marktsegmente. Kapital floss breit, Bewertungsniveaus kletterten kontinuierlich, und zahlreiche Transaktionen wurden entlang optimistischer Zukunftsszenarien strukturiert. Dieses Umfeld verändert sich spürbar. Multiples normalisieren sich. Genau diese Entwicklung beeinflusst Private Equity Investments fundamental und wird auch von Nordstein intensiv beobachtet.
Der Begriff «Multiple-Kompression» wird häufig als negatives Signal interpretiert. In der Praxis handelt es sich jedoch primär um eine Neubewertung von Risiko. Steigende Zinsen, veränderte Finanzierungskosten und eine differenziertere Kapitalallokation führen zu realistischeren Bewertungsniveaus.
Multiples reflektieren Erwartungen. Hohe Multiples implizieren hohe Wachstumsannahmen, stabile Margen und geringe Risiken. Wenn sich das makroökonomische Umfeld verändert, verändern sich zwangsläufig auch diese Erwartungen. Bewertungen reagieren darauf.
Für Private Equity bedeutet diese Phase eine strukturelle Verschiebung. Einstiegspreise werden realistischer, Renditepotenziale transparenter kalkulierbar. Der Markt bewegt sich von Euphorie zu Rationalität.
Ein zentraler Effekt liegt in der Dealstrukturierung. Höhere Finanzierungskosten reduzieren Fremdkapitalhebel. Eigenkapitalanteile gewinnen an Bedeutung. Operative Wertschöpfung wird zum primären Renditetreiber.
Auch die Due Diligence gewinnt an Tiefe. Umsatzqualität, Kostenstruktur, Cashflow-Stabilität und Managementqualität bestimmen Bewertungen stärker als rein theoretische Wachstumserwartungen.
Gerade für disziplinierte Investoren entstehen attraktive Opportunitäten. Realistischere Bewertungen ermöglichen gesündere Einstiegsniveaus. Renditen entstehen wieder stärker aus Wertentwicklung statt aus Multiple-Expansion.
In der Schweiz zeigt sich diese Entwicklung besonders stabil. Der Markt war traditionell weniger von extremen Bewertungsblasen geprägt. Dennoch wirkt die neue Bewertungsrealität auch hier.
Langfristig stärkt diese Phase die Marktqualität. Bewertungsniveaus nähern sich wirtschaftlicher Realität an. Risiken werden transparenter bepreist. Kapital fliesst effizienter.
Genau diese Perspektive wird auch von Nordstein regelmässig betont. Denn nachhaltige Investmentmärkte entstehen nicht aus steigenden Bewertungen allein, sondern aus realer Wertschöpfung.
Am Ende bleibt eine klare Marktlogik. Realistischere Multiples sind kein Problem. Sie sind eine gesunde Marktanpassung.
